Buchtipp: Golf – Das Buch von Gerald Kleffmann und Thomas Lötz

Das Buch ist schon über 10 Jahre alt und ich nehme es immer noch gerne zu Hand, um mich ein wenig abzulenken oder einzustimmen – je nach Laune. Golf – das Buch erschien 2009 und wurde von den beiden Journalistenkollegen Gerald Kleffmann (SZ) und Thomas Lötz (ehemals Chefredakteur PLOCK!) verfasst.

Es ist kein Regelbuch und auch kein Buch über den perfekten Schwung, es ist ein Buch von Journalisten, die Golfgeschichten erzählen können für Leute, die Golfgeschichten lesen mögen. Und so einer bin ich, der sich mit meinem Golfblog golffieber42 bemüht, seine junge Golfbegeisterung zu vermitteln.

Als der Süddeutsche Verlag das Buch auf den Markt brachte, gab er gleich eine Warnung mit heraus: „Golf spielt man nicht einfach nur. Golf ist eine Passion, eine Sucht, ein Spaß, ein Wahnsinn, ein 18 Löcher langer Scheidungsgrund, maßlose Selbstüberschätzung, abgrundtiefe Selbsterniedrigung, große Liebe – und seit heute ist Golf auch ein äußerst unterhaltsames Buch.“ Und das hat die SZ recht behalten.

Jeder, der dem Sport verfallen ist, wird seine Geschichte, seine Anekdote, sein Märchen in diesem Buch finden. Mir hat es soviel Spaß gemacht, dass es bei meiner Golf-Literatur ganz vorne steht und ich dann und wann zum grünen Buch greife, um mich aufzuheitern. Im Grunde es ist es eine Geschichtensammlung, angereichert mit vielen Zitaten. Und das ist vielleicht auch das Problem mit diesem Buch: Da kamen zwei Sportjournalisten zusammen, tranken ein paar Bier und jeder warf sein privates Golfarchiv auf den Haufen, einmal umgerührt und fertig war das Buch. Im Grunde fehlt diesem Buch die Linie, warum ist diese und jene Geschichte enthalten und andere vielleicht nicht? Die rote Linie fehlt und wissen Sie was? Das macht gar nichts. Darauf kommt es mir in diesem 240 Seiten umfassenden Buch gar nicht an. Vielleicht hätte es gar kein Buch gebraucht, sondern nur einen Blog mit regelmäßig erscheinenden Geschichten, aber davon wollten die beiden Print-Jungs wohl nichts wissen und die Süddeutsche hätte auch kein Geld verdient.

Jetzt weiß ich also, wie viele Muskeln bei einem Golfschlag bewegt werden, wie Tiger Woods heiratete, weshalb die Golfregeln Glücksspiel zulassen oder dass die zwei bestverdienenden Sportler der Welt Profigolfer sind. Was ist ein Quinquaguple Bogey, was ein Major, was ein Stimpmeter? Warum verfügt ein Turnierplatz über 18 Bahnen und nicht über 17 oder 19? Was hatten Fidel Castro und Che Guevara mit Golf zu schaffen, was Adolf Hitler, Kim Jong Il und Barack Obama? Wie reich ist Tiger Woods, wie wohnt er, welche Rekorde jagt er, was verdient sein Caddie? Wo durften Frauen das Clubhaus nicht betreten, was bezahlte Popstar Justin Timberlake für seinen eigenen Platz, wie weit flog der weiteste Ball, wo liegt die höchste Anlage?
Also, eine Sammlung an Fakten und Absurditäten zum besten Sport der Welt.

Veröffentlicht von redaktion42

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